65. Museumsjubiläum
Feiern Sie mit uns das 65. Jubiläum des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern im phanTECHNIKUM! Sein Vorgänger, das Polytechnische Museum, wurde am 11. November 1961 in der Orangerie des Schweriner Schlosses eröffnet. Hier ein kleiner Rückblick:
Die Gründung des Museums
Um im Schulunterricht alle technischen Themen anschaulicher zu gestalten, beschloss der Ministerrat der DDR am 17. Mai 1960 die Einrichtung eines „Polytechnischen Museums“ in jedem Bezirk der DDR. Der Schweriner Bezirkstag verfügte die entsprechende Museumsgründung im Sommer 1960. Es wurde großer Wert auf die Vermittlung technischer Kenntnisse und Fähigkeiten im Unterricht gelegt. Das Museum war somit mehr eine didaktische Lehrschau als eine Kultureinrichtung.
Den Einstieg bildete eine Ausstellungseinheit zur Entwicklung des Menschen und seines Werkzeuggebrauchs von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Es folgten die Abteilungen „Primärenergie, Elektrotechnik, Verkehrswesen, Metallurgie, Energieumwandlung, Landwirtschaft, Bauwesen und Elektronik/Mikroelektronik“, wie einem Museumsführer von 1986 zu entnehmen ist. Bis 1989 hatte das Haus insgesamt über 1.000.000 Gäste.
Von Schwerin nach Wismar
Im Jahr 1990 erhielt das Museum einen neuen Namen: Es wurde das Technische Landesmuseum. Zwei Jahre später wurde die Ausstellung geschlossen. Die Objekte wurden verpackt und verschwanden im Magazin. Im Jahr 1996 schien sogar das Ende des Technischen Landesmuseums gekommen. Das Landeskabinett beschloss die Auflösung des Museums zum 31. Dezember 1996. Doch es kam anders: Insbesondere die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) wollte den Verlust des Museums als Bildungszentrum für technische Berufe nicht hinnehmen. Unter ihrer Federführung gründete sich am 14. November 1996 der „Verein Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern e. V.“. Erst als Technisches Landesmuseum wurde auch eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Neben Beständen zur Rechentechnik, z. B. Robotron-Computern, Radios und Fernsehern, besaß das Museum 1996 schon einen Bestand an Automobilen, Motorrädern und Mopeds aus DDR-Produktion. Auch herausragende Einzelobjekte waren vorhanden, z. B. die Dampfmaschine aus der Brennerei in Wesenberg, das Modell der Dampfmaschine von Ernst Alban nach einem Original von 1840, die Schalttafeln aus dem Privatlabor des Physikers Dietrich von Heyden-Linden (1898–1986) aus Demmin und der Dieselmotor der Gorch Fock von 1958.
Ab dem 25. Juli 1997 war das Technische Landesmuseum wieder dauerhaft öffentlich sichtbar. Die neue Dauerausstellung „Mecklenburg-Vorpommern – wo Technik anfängt“ öffnete auf 800 m² Fläche im Schweriner Marstall. Sie war dort bis zum 31. Januar 2011 zu sehen. Zunächst war unsicher, wo das Technische Landesmuseum dauerhaft angesiedelt werden sollte. Angebote aus dem gesamten Land, von Zinnowitz bis Ludwigslust, erreichten den Trägerverein. Schließlich kristallisierte sich die Kaserne an der Lübschen Burg in Wismar als beste Alternative heraus.
Das phanTECHNIKUM
Bis die Eröffnung des Museums in Wismar Realität wurde, dauerte es wiederum einige Jahre. Das Schweriner Büro Brenncke Architekten GbR wurde 2002 mit der Planung des Kasernenumbaus beauftragt. Am 8. Oktober 2008 gründeten die Hansestadt Wismar und der Verein Technisches Landesmuseum e. V. die „Technisches Landesmuseum gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH“, die u. a. die Planung und den zukünftigen Betrieb des phanTECHNIKUMS übernahm.
Die Ausstellung wurde nach der antiken Vier-Elemente-Lehre in die Abschnitte Feuer, Wasser, Luft und Erde unterteilt. Am 1. Dezember 2012 öffnete der erste Bauabschnitt des phanTECHNIKUMS mit den Abteilungen Luft und Wasser sowie dem ersten Teil der Abteilung Feuer. Die Erweiterung der Dauerausstellungen nahm erst in den letzten Jahren wieder Fahrt auf. Im Jahr 2020 wurde die Dauerausstellung „Universell und Explosiv – Der Verbrennungsmotor“ eröffnet. Im nächsten Jahr folgt die Eröffnung des letzten Ausstellungsteils zur Fahrradgeschichte im Bereich Erde.