Objekt des Monats Januar 2026
Ventilett - Spülkasten mit Ventilator
Dieser Spülkasten aus Gusseisen ist in der Dauerausstellung des phanTECHNIKUMs zu sehen. Er verbindet die Wasserspülung mit einem Ventilator, der unangenehme Toilettengerüche nach außen ableiten sollte. Eine ebenso kuriose wie praktische Idee der Ventilett-Gesellschaft aus Hannover. Der Spülkasten war bis 1980 in der Wismarer Altstadt in Gebrauch.
Das heutige WC – auf Englisch water closet – wurde im 19. Jahrhundert in Großbritannien entwickelt. In Deutschland kamen erste WCs 1818 im Schloss Bad Homburg und 1861 im Schloss Ehrenburg in Coburg zum Einsatz. Voraussetzung für ihre Verbreitung war der Bau von Kanalisationen. In Wismar entstand die erste Kanalisation zwischen 1868 und 1875. Sie diente zunächst der Entsorgung von Schmutzwasser und der Reinhaltung der Straßen – Toiletten waren noch nicht angeschlossen.
Ab 1903 nutzte man sogenannte Verschlusseimer, in denen Toiletteninhalte gesammelt wurden. Der Bau einer Schwemmkanalisation begann 1913, wurde jedoch durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. 1931 nahm die Stadt Wismar ihr erstes Klärwerk am Koggenoor in Betrieb, das 1955 durch das Klärwerk Wendorf ersetzt wurde. Dorthin werden die Abwässer bis heute gepumpt.
Heute verfügt Wismar über 321 Kilometer Kanalisationsleitungen, von denen einige mehr als 100 Jahre alt sind. An trockenen Tagen fallen rund 9.000 Kubikmeter Schmutzwasser an, an Regentagen bis zu 20.000 Kubikmeter. Etwa 10.000 Kubikmeter gereinigtes Wasser werden täglich in die Ostsee eingeleitet.
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