Objekt des Monats März 2026
Modell AKW Greifswald / Lubmin
Das Modell wurde von 1966 bis 1992 im Polytechnischen Museum in Schwerin, dem Vorgänger des phanTECHNIKUMS, gezeigt. Der Baustart des Kernkraftwerks Greifswald-Lubmin 1967 folgte dem AKW Rheinsberg (1966) und war somit zweites Kernkraftwerg der DDR. Vier Reaktorblöcke gingen zwischen 1974 und 1980 ans Netz und lieferten zeitweise etwa 10 % des Stroms der DDR. Anders als im Modell hatten die Reaktoren flache Decken statt Kuppeln.
In den 1960er und 1970er Jahren galt Atomenergie in Ost und West als sichere und saubere Energiequelle. Erst schwere Reaktorunfälle – 1979 in Harrisburg, 1986 in Tschernobyl und 2011 in Fukushima – machten deutlich, dass die Risiken der Atomkraft schwer beherrschbar sind und große Regionen langfristig radioaktiv belastet werden können.
Die Blöcke 1 bis 4 waren Ende der 1980er Jahre nicht mehr sicher nutzbar. Der Stahl der Reaktordruckbehälter wurde durch den dauernden Neutronenbeschuss spröde. Auch die Sicherheitstechnik war nicht mehr zeitgemäß. Deswegen begann man schon ab 1977 mit dem Bau des moderneren Kraftwerksblocks 5, der nur von März bis November 1989 in Betrieb war. Block 6 wurde 1989 fertiggestellt aber niemals mit Brennstäben bestückt. Er ist daher heute gefahrlos zu besichtigen. Der letzte Kraftwerksblock wurde 1990 abgeschaltet.
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