Objekt des Monats Mai 2026
Leuchtfeuer-Glühbirne
Die Küste Mecklenburgs ist tückisch. Flachwasserzonen, wandernde Sandbänke und enge Fahrwasser machten eine präzise Befeuerung ab dem 19. Jahrhundert unerlässlich. Unser Objekt des Monats ist das glühende Herz des Leuchtturms Buk (Bastorf) und ein technisches Kraftpaket: Eine 2000-Watt-Spezialglühbirne. Während eine normale Haushaltsbirne nur einen Bruchteil dieser Energie benötigt, ist dieses Leuchtmittel für extreme Bedingungen und maximale Sichtbarkeit konstruiert. Es diente als Orientierungs- und Warnfeuer vor der Sandbank „Hannibal“ in der Einfahrt zur Wismarer Bucht.
Der Leuchtturm Buk hat eine besondere Eigenschaft: Mit nur 20,8 Metern Höhe ist er zwar einer der kleinsten Leuchttürme Deutschlands, steht aber auf dem 78,8 Meter hohen Bastorfer Signalberg. Damit hat der Turm mit einer Feuerhöhe von 95,3 Metern das höchste Leuchtfeuer Norddeutschlands, noch vor dem Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee (95 m).
Nach einer jahrzehntelangen Planungsphase wurde der Leuchtturm Buk zwischen 1877 und 1878 errichtet und 1925 von Petroleum- auf elektrischen Betrieb umgestellt. Während der Turm in der DDR-Zeit als militärisches Sperrobjekt eingestuft war, ist er seit 1990 wieder öffentlich zugänglich und dient heute zudem als Aussichtspunkt sowie Funkstation. Eine technische Besonderheit ist die originale Fresnel-Optik von 1878, die trotz Kriegsschäden am Glas bis heute im Einsatz ist und seit einer Neugruppierung der Linsen eine markante Vierer-Blinkkennung zeigt. Heute steht das Backsteinensemble unter Denkmalschutz und wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee unterhalten.