Das phanTECHNIKUM hat geöffnet: Di - So 10 - 17 Uhr | Zum Festplatz 3, 23966 Wismar

AUF ZWEI RÄDERN

Ein Ausstellungsteil zum Element Erde.

Ab dem 25. Januar 2023 wird die Dauerausstellung im phanTECHNIKUM vollkommen.
Mit mehr als 50 historischen Fahrräder werden eindrücklich und exemplarisch spannende Entwicklungen der Fahrradgeschichte präsentiert.
Den Ausstellungsteil ermöglicht die Sammlung von Jürgen Schießer, der aus einem Hobby eine große Leidenschaft des Fahrradsammelns und Restaurieren entwickelt hat. 

Die Erfindung des Zweirads geht ins Jahr 1817 zurück, als Karl Drais das Laufrad erfand und die Grundlage für den rasanten Aufstieg des Zweirads schuf. In der folgenden Zeit ging es Schlag auf Schlag, vom Hoch- zum Niederrad, von der Tretkurbel über den Kettenantrieb, von der Vollgummibereifung zum Luftreifen und über zahlreiche Rahmenkonstruktionen bis hin zum Rennrad und Elektrobike.

In den Jahren der Corona-Pandemie ist wieder ein Fahrradboom ausgebrochen, der damals wie heute ein Lebensgefühl verkörpert. War es zum Ende des 19. Jahrhunderts noch die Beschleunigung der individuellen Mobilität, der Antrieb bürgerlicher Bewegung und feministischer Unabhängigkeit, so ist das Zweiradfahren heutzutage Ausdruck eines wachsenden Bewusstseins für Gesundheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
Egal wie schnell, ob mit Muskelkraft oder Elektromotor – das Fahrrad bietet alternative Lösungskonzepte für die Verkehrs- und Mobilitätsprobleme unserer mit Autos verstopften Großstädte. Zudem verändert das Fahrrad unser Freizeitverhalten. Neben der beschleunigenden Bedeutung ist das Fahrradfahren auch von Achtsamkeit und Entschleunigung geprägt.

Michael Rahnfeld, Direktor des TLM: „Unsere neue Exposition verdeutlicht Meilensteine der Fahrradgenese und koppelt diese sanft mit regionalhistorischen Geschichten rund um das Radeln. Wir spannen so den Bogen zur soziokulturellen Komponente des Zweirads und verankern diese im Spannungsfeld von Beschleunigung und Entschleunigung, beginnend mit einem echten Unikat: Dem ‚verschollenen Rad‘.“

In diesem Ausstellungsteil wird deutlich, dass die Technikgeschichte des Fahrrads ebenso Kulturgeschichte ist und insbesondere die Historie des Fahrradfahrens im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hier besonders erzählt wird. Die Bewegung auf zwei Rädern veränderte die Gesellschaft, ermöglichte allen Menschen, sich individuell und mit eigener Kraft zu bewegen - egal ob Frauen, Männer oder Kinder. Ebenfalls zum Ausdruck kommt, dass Fahrräder in vielfältiger Form auch in Kriegszeiten zum Einsatz gekommen sind – vom Melde- und Transportrad kompletter Einheiten bis hin zum Fallschirmjägerklapprad.
Es werden allerdings nicht nur Exponate und Informationen gezeigt, auch in diesem Teil geht es wie im ganzen Haus interaktiv zu. Im Mittelbereich des Rundgangs können sich alle Besucher*innen kreativ betätigen und ihren persönlichen Fahrradgedanken bildlich festhalten.

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